Segeltörn Croatia 2015
Ich öffnete die Augen und musste mich für den Bruchteil einer Sekunde orientieren, kennt Ihr das, mann wacht am Morgen mitten in einem Traum auf... ich war gerade mit zwei Seeungehäuer in einen Kampf verwickelt um die Prinzessin zu befreien und zack, mache ich die Augen auf und sehe eine
Episode IV: Jetzt erst recht!
Zimmerdecke die mir wage bekannt vor kommt, dann kommt mir nach einem kurzen Augenblick der Erkenntnis alles wieder in denn Sinn. Heute ist der Tag der Abreise. Ich habe das Gefühl es liegt ein wenig Meeresbriise in der Luft, vielleicht bilde ich mir dass aber auch nur ein. Kleines Frühstück, letzter Check "habe ich auch alles" wie immer spüre ich, irgendwas fehlt noch und ich werde das erst am Zielort merken. Was solls, wird schon schiefgehen die Sonne lacht und wir machen uns auf den Weg...unter dem Motto: jetzt erst recht!
Tag 1. Die Anreise
Tag 2. Die Kornaten
Nach dem wir in Zürich das Gepäck aufgegeben haben und bei der Kontrolle von Uniformierten befummeln wurden, nahmen wir an der Byby Bar unser wohlverdientes Bier zu uns. Wir sind mit Swiss nach Split geflogen wo wir wunderbar betreut wurden und der Steward das ganze Flugzeug zu einem Schnupf animiert hat und mit uns im Speziellen nach der Landung vor dem Flugzeug noch eine kleine Prise nahm. In Sibenik übernahmen wir das Boot und verstauten unser Gepäck und die zwei drei Büchsen Bier die Markus dank seinen Beziehungen wie durch Zauberhand organisiert hatte.
Am Morgen überaschten wir unseren Kapitän, weil wir alle schon früh auf den Beinen waren und uns voller Tatendrang in die Arbeiten rund um das Boot stürzten.
Dann hies es "Leinen los" und "setzt die Segel". Dank starkem Wind und schönem Wellengang konnte Alex erste freudige Segel-Erfahrungen machen, inkl. Delfin Sichtung.
Wir machten die Erfahrung das sich das Boot mit aufgezogenem Grossegel bei starkem Wind sich sehr sehr schlecht steuern lässt....

Das Mittagessen genossen wir in der Bucht von Konoba in Ravni Zakan im Restaurant Larus. Fast alle (ausser einer) assen frischen Fisch!
Nach kurzem Schlag (Fahrt) fanden wir unseren Nachtplatz in Piskera wo wir bei starkem Wind in einem Nadelöhr von Hafen unser Boot Parkieren durften. Leider kahm die Muringleine beim anlegen in unsere Schraube, was das Anlegen nicht umbedingt erleichterte. Unsere hauseigenen Techniker schaften es in mehreren Tauchgängen die Schraube zu befreien, damit wir uns dem Ankertrunk doch noch widmen konnten.
Getreu unserem Motto: Jetzt erst recht!
Tag 3. Die Sonne lacht
Der dritte Tag lud zum relaxen ein. Viel Sonne und Wonne. Nach einem harzigen Start beim Ablegemanöver fuhren wir hinaus auf die hohe See, spürten den Wind in den Haaren (einige nur auf der Brust) und setzten auch gleich die Segel.
Nach nur einer viertel Stunde flaute der Wind ab und zwang uns motorbetrieben das nächstes Ziel anzusteuern... Eine traumhafte Bucht wo schon eine riesige Jacht vor Anker lag, die uns wieder bewusst machte was wir doch für arme Schlucker sind. Nach leichtem Mittagessen und Badeplausch ging es dann Richtung Sali (grösste Stadt der Insel Dugiotok mit 750 Einwohner ) wo wir unser Nachlager bezogen.
Tag 4. Mittagshalt Bozava
Nach einer ruhigen Nacht, fanden einige Matrosen ihre Erfüllung im morgendlichen Sport, in dem sie im Laufschritt die malerische Bucht erkundeten. Dann hies es wieder "Leinen los".
Wir nahmen Kurs Nordwest zogen an schönen Inselgruppen vorbei, spürten den Fahrtwind auf unserer Haut und liessen uns von der Sonne wärmen.
Den Mittagshalt machten wir in Bozava wo wir uns eine kleine Mahlzeit gönnten. Anschliessend......
(Version ab 18): fanden wir auf hoher See drei Barkassen die wir enterten und plünderten, weiter schipperten nach Zadar ( Pirates Bay ) wo wir unsere Golddukaten für billigen Wein und leichte nubische Mädchen ausgaben.

(Version ab 6 Jahren): Wir segelten Richtung Zadar mit Claudio am Ruder. Dabei wurden wir abwechselnd von Franco, Dulä, Pfischti und Dani auf der Gittare begleitet. In Zadar angekommen quetschten wir unser Boot in eine kleine lücke und machten uns auf, die Stadt zu erkunden. Im Restaurant la Brusquetta, das uns von der Hafenmeisterin empfohlen wurde, genossen wir ein vorzügliches Abendessen.
Nach dem Essen überraschte uns die Altstadt von Zadar mit schönen Gässchen, die sehr sauber waren und von historischen Gebäuden flankiert wurden.

Die Disco, die anders als bei uns mitten in der Altstadt im Freien statt fand beeindruckte uns mit vielen Lichtshows und verschiedenen Dj's, die mit ca. 145 dB Lautstärke nicht nur unsere Ohren, sondern auch sicher die der Anwohner an die grenzen des Erträglichen brachten.

Darum verwunderte es nicht, dass wir alsbald den Rückzug zu unserem Boot antraten.
Tags darauf sahen wir uns die Stadt nochmals an und kauften auf dem Markt noch Früchte, um dem anschleichenden Skorbut entgegen zu wirken.

Vor der Bucht, mit der Altstadt von Zadar im Hintergrund, wurden Claudio, Pfischti und Stef vom Kapitän für ihre unter seiner Führung gefahrenen 500 Semeilen getauft. Er überreichte ihnen voller Freude und Stolz einen Kompass, der sie auch in Zukunft sicher durch die unruhige See des Lebens begleiten soll.
Tag 5. Zadar
Nach dem der "Rimus" getrunken war, nahmen wir Kurs auf Biograd. Mit vollen Segeln wurde das Schiff auf rekordverdächtige 10 Knoten getrimmt und so segelten wir gemütlich auf einer "Kuve" durch den Tag.
Der Hafenmeister von Biograd erlaubte sich einen Scherz, in dem er unseren Kahn in die Parkplätze für Jollen einwies, wo eben die Besitzer dieser mit angsterfüllten Augen unseren Schattenwurf verfolgten. Auch der restliche Hafen verfolgte interessiert unser Anlegemanöver. Ohne Schäden an unserem Schiff machten wir fest und gönnten uns den wohlverdienten "Ankertrunk",
getreu unserem Motto " jetzt erst recht".
Feierlich meinte Stef, sollte er je Besitzer einer grossen Jacht werden, werde er diesen neben dem Steuer positionieren.
Tag 6. Die Insel Pasman
Da wir "zugeparkt" waren und deshalb nicht ablegen konnten, gingen wir es gemütlich an und zogen nochmals durch Biograd.
Gegen halb zwei setzten wir die Segel und umrundeten die Insel "Pasman" , wo wir nach mehrmals Segel rauf und runter (zum Leidwesen unseres Kapitäns) in der Bucht "U.Soline" eine Boje für unser Nachtlager fanden. Zuerst mussten wir aber Slalom durch die vielen vor Anker liegenden Schiffe fahren, die offensichtlich die gleiche Idee hatten wie wir, bis wir die "perfekte" Boje fanden.
Azurblaues Wasser lud zum Wassersport und Sonnenbaden ein. Im "Konoba Grill" ein kleines Bijou und Geheimtipp unter Seglern, genossen wir das Abendessen. Wir wurden vom Chef mit frischem Fisch und Gemüse, die er auf seiner Feuerstelle bewundernswert zubereitet hatte, verköstigt. Der obligate Schliwowitz wurde uns vom Wirt offeriert und rundete das perfekte Mahl ab.

Lustig hatten wir es auch mit unseren Nachbarn, die den Weg von Ulm in diese wunderschöne Ecke fanden. Wir tauschten mit ihnen Geschichten mit viel Seemannsgarn aus. Zurück auf unserem Boot liesen wir den Tag bei einem weiteren, genüsslichen Bier unter dem Sternenhimmel ausklingen.
Getreu unserem Motto: "Jetzt erst recht"!
Tag 7. zurück in den Heimathafen
Aus logistischen Überlegungen gab es am Freitag Morgen ein kontinentales Frühstück mit Rührei und Toast Hawaii !Mit vollem Bauch ging es in die Maske, damit wir frisch geputzt zum Fotoshooting antreten konnten um auch unseren Sponsoren gerecht zu werden.

Anschliessend nahmen wir Fahrt auf Richtung Heimathafen mit Zwischenhalt in einer weiteren, schönen Bucht, in der wir das letzte mal badeten und uns danach die berühmten "Spagetti" Bolognese à la Pfischti" zu Leibe führten.
Die Rückfahrt bis Sibenik mit Tankstopp verlief ohne Zwischenfälle. Das Boot wurde abgegeben und wir machten uns auf in die Altstadt wo wir, wenn wunderts, nach alter Väter Sitte, eine Admiralsplatte bestellen.

Anschliessend kamen wir noch in den Genuss eines Livekonzerts mitten in den geschichtsträchtigen Gemäuer der Altstadt von Sibenik. Unser Kapitän musste feststellen, das er aus dem Auenland kommt, da ihn alle Kroaten/innen um Armeslänge überragten.

Als wir am nächsten Morgen das Schiff und den Hafen verliessen weinte der Himmel Elefantentränen, so traurig war er, das unser Besuch zu Ende ging. Doch, wenn Neptun will, kommen wir wieder, getreu dem neuen Motto: Wer, wenn nicht wir!